[Rezension]: "Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder" von Christiane Bößel (01)

15. September 2017






Originaltitel: Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder
Preis:        -     (Taschenbuch)
             € 3,99 (eBook)
Verlag: Forever (Ullstein)
Erscheinungsdatum: 06. März 2017
Seitenanzahl: 350
Reihe: 1. Band einer Dilogie
Bewertung: ** (2.5)








Er ist heiß, er ist mysteriös und er hat ein dunkles Geheimnis … 

Die 18-jährige Julia ist ein absolutes Sunny Girl und eine der beliebtesten Schülerinnen an ihrer Highschool in Kalifornien. Außerdem ist sie mit Brandon zusammen, dem Star des Football-Teams. Die beiden kann so schnell nichts auseinanderbringen. Auch nicht die drei Monate im Sommer, in denen Julia ihren Vater in Deutschland besucht. Oder doch? Was Julia nicht weiß: Ihr Vater hat eine neue Freundin, die ihren Pflegesohn Chris mit in die Beziehung bringt. Und damit auch in die Wohnung, in der Julia die nächsten Wochen leben wird. Chris ist ein echter Bad Boy ohne Manieren. Trotzdem fühlt sich Julia vom ersten Augenblick an wie magisch zu dem arroganten Draufgänger hingezogen …

Noch drei Tage.


"Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder" wollte ich schon kurz nach dem Erscheinen lesen. Irgendwie habe ich es dann aus den Augen verloren und als es dann zur Veröffentlichung des zweiten Bandes erneut auf Netgalley hochgeladen wurde, habe ich das als Wink des Schicksals betrachtet. Manchmal mag ich diese locker, leichten Liebesgeschichten mit einem Hauch von Verbotenem. Leider wurde ich dieses Mal enttäuscht...

Die 18-jährige Julia Sunshine lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrer behinderten kleinen Schwester in Kalifornien. Dort führt sie ein scheinbar perfektes Leben. Sie ist eine der beliebtesten Mädchen der Schule und ihr Freund ist der begehrteste Junge der Stadt. Jedes Jahr besucht sie ihren Vater für drei Monate in Berlin. Doch dieses Mal ist alles anders, denn ihr Vater hat eine neue Freundin und die ist nicht alleine in die gemeinsame Wohnung eingezogen. Chris, ihr Pflegesohn, hinterlässt schon bei der ersten Begegnung einen denkbar schlechten Eindruck und doch kann Julia ihn einfach nicht vergessen...

Mit der Protagonistin Julia bin ich leider überhaupt nicht klar gekommen. In Kalifornien mimt sie die perfekte Tochter und führt ein Leben, dass sie eigentlich gar nicht leben will. Nur in Berlin kann sie sie selbst sein, fühlt sich frei und ist glücklich. Trotzdem unternimmt sie so gar nichts, um ihrem Trott zu entkommen, nur weil es so eben einfacher ist. Julia hat den perfekten, liebevollen Freund in Kalifornien und betont auch immer wieder, wie sehr sie ihn liebt. Aber kaum kommt Chris durch die Tür, macht sie im Kopf eine Liste, warum sie ihn nicht haben darf.
Chris wirklich zu mögen macht die Autorin einem ebenfalls nicht leicht. Er hatte eine sehr schwere Kindheit und es wird wirklich gut dargestellt, wie schwer es ist wieder zurück auf den richtigen Weg zu finden. Trotzdem haben mich seine Aggressivität und seine Stimmungsschwankungen eher abgeschreckt.
Positiv anzumerken ist allerdings, dass die Nebenfiguren doch relativ gut ausgearbeitet wurden. Julias Mutter kämpft damit ein behindertes Kind zu haben (welches übrigens die liebenswerteste und süßeste Person im ganzen Buch ist) und setzt dafür umso mehr auf ihre perfekte ältere Tochter. Julias Vater war mir da schon wesentlich sympathischer. Am schönsten anzusehen ist allerdings die Beziehung zwischen Chris und seiner Pflegemutter. Diese geht einem unglaublich nahe und macht Chris um einiges sympathischer.

Die Geschichte selbst ist in der Ich-Perspektive aus Julias Sicht geschrieben. Dadurch erlebt man natürlich alles nur aus ihrer Sicht, was ich etwas schade fand, vor allem da sie sich sehr oft in ihren Gedankengängen wiederholt. Der zweite Band erzählt die Geschichte um Chris und Julia dann ja noch einmal aus seiner Sicht, allerdings hätte mir ein Buch mit beiden Perspektiven besser gefallen. Leider haben sich die Seiten teilweise wirklich in die Länge gezogen und ich habe ein paar Passagen übersprungen. 
Die Liebesgeschichte zwischen Chris und Julia war ganz nett, hat mich jetzt aber auch nicht wirklich vom Hocker gehauen. Für mich war sie einfach nur total unglaubwürdig und ging viel zu schnell. Außerdem war es ein ziemliches hin und her, wodurch mir einfach der Spaß am Lesen genommen wurde. Der Schreibstil der Autorin hingegen ist wirklich super leicht und flüssig und das Buch lässt sich, abgesehen von den Wiederholungen, wirklich schnell lesen.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich doch ziemlich enttäuscht von "Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder" bin. Ich bin leider überhaupt nicht mit den Protagonisten warm geworden und auch die Liebesgeschichte ging mir viel zu schnell. Eigentlich hatte ich von der Geschichte auch ein bisschen was anderes erwartet, da der Titel etwas in die irre führt... Deshalb kann ich nur 2.5 Eulen vergeben.



Christiane Bößel, geboren 1975, hat ursprünglich als Krankenschwester gearbeitet, bevor sie Germanistik und Philosophie studierte. Sobald sie alle Buchstaben konnte, fing sie an zu schreiben. Mit ihren Erzählungen hat sie mehrmals den Augsburger Poetry Slam und einen Schreibwettbewerb gewonnen und ist in verschiedenen Anthologien vertreten. Seit 2014 schreibt sie Liebesromane und Fachbücher. Wenn sie nicht neue Geschichten erfindet, unterrichtet sie in der beruflichen Bildung Jugendliche und Erwachsene. Außerdem ist sie büchersüchtig, liebt Nudeln, ihren Garten und skurrile Bildunterschriften im Privatfernsehen. Sie lebt mit Mann, Sohn und zwei Katern als Landei in Bayern.









Band 2: Finding you. Verliebt in meine Stiefschwester





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