31 August 2014

[Rezension]: "Die Chroniken von Narnia - Das Wunder von Narnia" von C.S. Lewis (01)






Originaltitel: The Magician's Nephew
Preis: € 8,90 [D]
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenanzahl: 176
Reihe: 1. Band (Heptalogie)
Bewertung: *** (3)
Verlag: Brendow
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„Narnia, Narnia, erwache! Lieben sollst du. Denken. Reden. Den Bäumen sollen Füße wachsen, den Kreaturen Stimmen. Heilig seien deine Gewässer." (Seite 110)

Hätte es nicht den ganzen Sommer geregnet, hätten Polly und Dogory ganz sicher nicht auf dem Dachboden gespielt. Dann hätten sie auch die verborgene Tür nicht entdeckt, die zu Onkel Andrews geheimem Arbeitszimmer führte. In diesem Zimmer hätte sie dann auch nicht das rote Tablett mit zwei gelben und zwei grünen Ringen gefunden. Und dann wäre diese Geschichte nie passiert.
"Das Wunder von Narnia" führt die Kinder in das geheimnisvolle Reich des Löwen Aslan, der es mit einem Lied erschaffen hat. Doch in der Gestalt der furchtbaren Königin Jadis schleicht sich bereits das Böse ein.


„Diese Geschichte handelt von Ereignissen, die sich vor langer, langer Zeit zutrugen."



Das Wunder von Narnia ist der erste Band der Reihe "Die Chroniken von Narnia" und erzählt, wie das Land Narnia von Aslan erschaffen wurde und wie das Böse (die Königin Jadis) nach Narnia gelangt ist.
Nur mal nebenbei: eigentlich sind die Bücher in folgender Reihenfolge erschienen:

1950 – Der König von Narnia (engl. The Lion, the Witch and the Wardrobe)
1951 – Prinz Kaspian von Narnia (engl. Prince Caspian)
1952 – Die Reise auf der Morgenröte (engl. The Voyage of the Dawn Treader)
1953 – Der silberne Sessel (engl. The Silver Chair)
1954 – Der Ritt nach Narnia (engl. The Horse and His Boy)
1955 – Das Wunder von Narnia (engl. The Magician’s Nephew)
1956 – Der letzte Kampf (engl. The Last Battle)


Allerdings gab C.S. Lewis einem Leser die Empfehlung, die Reihe in der unten stehenden Reihenfolge zu lesen.

Ich hatte ziemliche Probleme in die Geschichte mit Polly und Digory hineinzukommen, da ich gerade die Welt Narnia's liebe und diese Geschichte zunächst eine Zeit lang woanders spielt. Außerdem kam bei mir zwischenzeitlich ein bisschen Langeweile auf, da die ersten Passagen meiner Meinung nach nicht so spannungsreich geschrieben wurden, wie sie hätten sein können. Nachdem allerdings die erste Hürde, die bei mir aus den ersten hundert Seiten bestand, geschafft war, hatte ich das Buch in einem Tag durchgelesen. 

Im Wunder von Narnia erfährt man, dass es neben unserer Welt, in der auch Polly und Digory leben, und neben Narnia noch viele weitere Welten gibt. So gelangen die beiden Freunde durch die besagten Ringe in eine Zwischenwelt mit vielen kleinen Seen. Jeder See führt dabei in eine andere Welt. Zunächst kommen sie nach Charn, eine sehr alte Welt, die nah am Untergang steht. Hier weckt Digory durch das Anschlagen einer Glocke die Königin Jadis und bringt sie so zuerst in unsere Welt und dann nach Narnia. 

Vieles an dem Buch erinnert mich an die Entstehung der Welt durch Gott und an Adam und Eva. Hier kenne ich allerdings nur das Allgemeine, da ich nicht streng gläubig bin. Dies beginnt vor allem mit der Versuchung. Zunächst kann sich Digory nicht zurück halten die Glocke zum Schlagen zu bringen, obwohl er weiß, dass es ein Fehler ist. Ein weiterer Aspekt ist der Untergang der einen Welt und die Erschaffung einer neuen durch Aslan, durch Gott mit Hilfe eines Liedes. Hier können die Tiere sprechen und alles erinnert an das Paradies. Vor allem als Digory beauftragt wird einen Apfel aus einem Garten zu pflücken, er diesen aber auf keinen Fall essen darf.
"Tritt durch die goldenen Tore ein oder laß es sein. Für andere nimm meine Früchte, doch nicht für dich allein. Denn jenen, die stehlen oder die Mauer übersteigen, wird sich ein Herzenswunsch erfüllen und Verzweiflung zeigen."
Auch hier wird er durch die Königin Jadis in Versuchung geführt, da der Apfel alle seine Träume erfüllen könnte. Dies erinnert mich stark an den Garten Eden und die Schlange.

Wenn man allerdings diese Aspekte außer Acht lässt und dieses Buch ohne den kirchlichen Inhalt liest, ist es immer noch ein tolles Kinderbuch voller Träume. Vor allem finde ich es toll endlich zu erfahren wie genau Narnia überhaupt entstanden ist, wieso der Professor aus dem zweiten Teil so viel über Narnia zu wissen scheint, wie die Straßenlaterne nach Narnia gekommen ist und was der besagte Wandschrank mit alldem zu tun hat. Als Einführung finde ich dieses Buch wunderbar, kann aber aufgrund der ersten, eher schleppenden Seiten nur 3 Eulen geben.




Clive Staples Lewis (1898-1963) wurde in Belfast in Nordirland geboren. Er wuchs in einem strengen, christlich geprägten Haushalt auf, wo ihm jegliche Gefühlsregungen untersagt waren. So durfte er beispielsweise keinerlei Trauer zeigen, als seine Mutter an Krebs starb. Da war er gerade neun Jahre alt. Nicht zuletzt deshalb begann C. S. Lewis, auch "Jack" genannt, nach seiner Zeit in Oxford an seinem Glauben zu zweifeln. Er brach schließlich mit dem Christentum und verließ die Kirche. Darüber hinaus verarbeitete er den Tod seiner Mutter in dem Buch "Der Neffe des Magiers". Kinder lieben ihn heute vor allem für "Die Chroniken von Narnia". Später beschäftigte sich C. S. Lewis übrigens wieder mit dem Christentum sowie mit anderen Religionen und kehrte zu seinem Glauben zurück.










Band 3: Die Chroniken von Narnia. Der Ritt nach Narnia (OT: The Horse and His Boy)         











Band 4: Die Chroniken von Narnia. Prinz Kaspian von Narnia (OT: Prince Caspian)         











Band 5: Die Chroniken von Narnia. Die Reise auf der Morgenröte (OT: The Voyage of the Dawn Treader)         











Band 6: Die Chroniken von Narnia. Der silberne Sessel (OT: The Silver Chair)                    












Band 7: Die Chroniken von Narnia. Der letzte Kampf (OT: The Last Battle)                     

24 August 2014

[Rezension]: "Die leise Stimme der Seele" von Jim Willis






Originaltitel: Pieces Of My Heart
Preis: € 14,00 [D]
Ausgabe: gebunden
Seitenanzahl: 208
Reihe: keine
Bewertung: ***** (5) ♥
Verlag: ComArt
*hier kaufen*



Jim Willis ist ein Anwalt der leidenden Kreatur, ein liebender Bruder der Rechtlosen, ein unermüdlicher Rufer in einer oft gefühlskalten Welt. Mit seinen anrührenden, oft auch humorvollen Texten gibt er den Tieren, die ja nicht für sich selbst sprechen können, eine Stimme. Und er verleiht dem Tierschutzgedanken eine spirituelle Dimension, indem er den Menschen an seine ihm vom Schöpfer zugedachte Verantwortung für das Schicksal der Tiere erinnert.
Die Texte von Jim Willis zeugen von tiefem Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Man bekommt den Eindruck, als kämen die Geschöpfe, von denen die Rede ist, tatsächlich selbst zu Wort. So auch in der Erzählung "Wie konntest du nur?", einer der heute wohl verbreitetsten und bekanntesten Tierschutz-Geschichten überhaupt, in der es um das rührende Schicksal eines Hundes geht. Sie wurde in rund 40 Sprachen übersetzt.

Das Buch ist eine inspirierende Reise, die bleibende Eindrücke hinterlässt, eine tiefempfundene Hommage an die Natur und die Tiere, ein Werben um Mitgefühl und Verständnis. Wer sich darauf einlässt, wird beim Lesen tief berührt, aufgerüttelt, wird lachen und weinen - und danach nicht mehr ganz genau dieselbe Person sein wie zuvor...


„Jim Willis setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich und selbstlos für die Tiere ein.“


Heute stelle ich euch das Buch "Die leise Stimme der Seele" vor. Einen sehr bekannten und ergreifenden Text "Wie konntest du nur?" aus diesem Buch habe ich euch bereits letzte Woche vorgestellt und auch oben verlinkt.

Das Buch enthält eine Sammlung aus Gedichten, Kurzgeschichten und anderen Texten in denen Jim Willis den Tieren wirklich eine eigene Stimme verleiht. 
Wenn man das so liest, kann man es eigentlich gar nicht glauben, aber man hat tatsächlich das Gefühl als würden die Tiere für sich sprechen und nicht der Autor.
So zum Beispiel in einem Brief von der "Schöpfung e.v." an die Menschen, oder einem Aufruf von der Hündin Stella ihrer Kusine Sadie zu helfen. 
Allerdings befasst er sich auch mit dem Tod - wie in der Geschichte "Christines Zauberdose". Hier vergleicht Christines Oma die Menschen mit verschiedenen Dosen, die diverse gute, aber auch schlechte Inhalte haben. 


"Chrissie, wir sind wie Schachteln oder Dosen. Jeder von uns, das heißt, unsere Außenseite ist eine Dose. Die Dosen gibt es in allen Größen und Formen und in allen Farben. Einige von diesen Dosen sind sehr schön. Andere sind bloß einfache Schachteln aus braunem Karton. Einige sind aus Zinn und bemalt, damit sie wie richtiges Gold aussehen - einige sind wirklich aus Gold. Aber es sind immer nur Schachteln und Dosen. Ganz egal, wie groß die Dose ist oder wie hübsch oder wie stabil - allein wichtig ist das, was in der Dose drinnen ist.Diese Dosen werden herumgeschoben, sie werden nass, schwere Dinge werden auf sie draufgestellt, sie werden beschädigt und abgenützt. Sie bekommen Dellen, sie bekommen Löcher und manchmal läuft etwas von ihrem Inhalt aus, aber sie bleiben doch - und zwar für eine lange Zeit - immer noch Dosen. Ihr Zweck ist es, das zu schützen und herumzubewegen, was in ihnen drin ist.""Aber, Oma, wenn die Dose beschädigt wird, passiert dann den Dingen drin nicht auch etwas?""Normalerweise nicht. Die meisten Dinge, die in den Dosen drin sind, sind Dinge, die man nicht beschädigen kann, Es sind Dinge, die keine Form haben, und deshalb können sie auch nicht zerbrechen, und deswegen gibt es auch keine Scherben und keine Risse.In den Dosen sind die wunderbarsten Dinge enthalten - alles ist behaglich aneinandergekuschelt und leuchtet und klingelt fein, und diese Sachen haben Wert, niemals die Dose selbst. Wir halten unsere Dosen einfach glänzend sauber aus Respekt vor dem, was drinnen ist. Manchmal müssen wir uns sogar Mühe geben, nicht die Dose zu sehen, sondern nur das, was drinnen ist.""Und was passiert, wenn die Dose kaputt geht oder alt wird und auseinanderfällt, Oma?""Dann vermissen die meisten von uns zuerst einmal die Dose, weil sie ja vorher immer da war, und auf einmal ist sie jetzt nicht mehr da. Statt dass wir uns selbst wieder ins Gedächtnis rufen, dass die wichtigen Sachen, die in der Dose waren zurückbleiben. Das sind unsere Schätze, und wir müssen dafür dankbar sein, solange wir sie eben hatten und solange wir sie eben behalten dürfen. Die Dose war nur der Behälter, in dem sie zu uns gebracht wurden, und diese Schätze bleiben bei uns, ob mit oder ohne Dose!"(Christines Zauberdose - Seite 48)


Einige Gedichte und Texte handeln auch von Gott, dem Leben nach dem Tod und der Erlösung aller leidenden Geschöpfe. 
Neben schönen, zum Nachdenken anregenden und traurigen Texte findet man auch eine sehr lustige Reihe von Geschichten, die die Basset-Chronik genannt wird. Sie handelt von der zobelbraunen Bassethündin Alexis, die die ganze Familie aus Trab hält. Weitere Charaktere der Geschichten sind die beiden deutschen Bassethunde Winnie und Flash (Alexis nennt sie die "Sauerkraut-Zwillinge") und die amerikanischen Bassets Gabriel, Gallagher, Hyacinth und die windeltragende Daphne. 
In der Reihe können die Hunde sprechen und vor allem Alexis, die sich klar für die einzige wahre Hündin hält, ist sehr lustig. 

Neben den wirklich wunderbaren und empfehlenswerten Geschichten befindet sich am Ende des Buches ein Anhang mit vielen Anregungen zur Tierhilfe, in denen man sieht das man auch durch kleine Dinge etwas erreichen kann. 
Außerdem findet man noch diverse Internetadressen zu Tierschutzorganisationen, Auslandstierschutz, Tierrechtsorganisationen, Haustiere, Hunde, Katzen, Pferde, Diverse Tierarten, Veterinärmedizin, Vegetarismus & Veganismus und zum Natur-und Umweltschutz.

Mehr als dieses Buch so vorzustellen und zu sagen das es für Tierfreunde ein muss ist, kann ich gar nicht. Ich habe beim lesen viel gelacht und auch geweint und werde es bestimmt nochmal lesen. Probiert es doch einfach mal aus, es ist bestimmt auch eine Geschichte dabei die dich inspiriert :)
Aufgrund der wundervollen Idee und den vielen tollen Geschichten bekommt das Buch 5 von 5 Eulen <3

Jim Willis, Jahrgang 1956, stammt aus Pittsburgh und lebt heute, nach einem mehrjährigem Deutschlandaufenthalt, zusammen mit seiner Frau Betty und zahlreichen vierbeinigen Freunden in den USA, in North Carolina. Er hat Biologie studiert und nach seinem Studium viele Jahre als Fachlektor eines wissenschaftlichen Verlags in Heidelberg gearbeitet.
Inzwischen ist er vorwiegend als Schriftsteller und Künstler tätig. Vor allem aber engagiert er sich als Tierschützer, als Sprecher und "Anwalt" unserer Hilfsbedürftigen Mitgeschöpfe. Schon als Jugendlicher half er regelmäßig in Tierheimen mit; sein Interesse und seine Liebe galten also seit jeher "allem, was da kreucht und fleucht".
Jim Willis ist Mitglied der American Sanctuary Association sowie der African Conservation Foundation und unterstützt eine Reihe weiterer Tier- und Umweltschutzprojekte.